Stephanus...

Stephanus – Gestalt ohne Antlitz

In den Mittelpunkt seiner Arbeit, die Ende 2014 von der Kirchlichen Augustana-Hochschule in Neuendettelsau als Dissertation angenommen wurde, stellt Rainer Schulz »Stéphanos«, den »Umkränzten«. So bezeichnet Apg 6–7 jenen christusgläubigen und schließlich gesteinigten »hellenistischen« Judäer, dessen Identität und Wesenszüge vom biblischen Text letztlich nicht preisgegeben werden. Stephanus bleibt hier eine im Unbestimmten verborgene »Gestalt ohne Antlitz«. Doch gerade von dieser »Unbestimmtheit« her haben sich immer wieder neu »Räume« des Textverstehens eröffnet. Von früh an wurde Stephanus kirchlich in Dienst genommen, sei es als der »Diakon« schlechthin, oder – nicht selten auch offen judenfeindlich – als »erster Märtyrer der Christenheit«. Zudem sorgte eine vornehmlich biografisierend ausgerichtete Textlektüre für ein griffiges Persönlichkeitsprofil. Bis übers hohe Mittelalter hinaus galt er als einer der Hauptheiligen der Kirche. Bestimmte narrative Text-»Motive«, darunter die Christus-Epiphanie am »geöffneten« Himmel oder das Tötungswerkzeug des Steines, wirkten und wirken als Dauermotor seiner Darstellung in Brauchtum, Legende, Predigt, Liturgie, Musik, Kunst, Literatur, Theater, Film, usw. Die praktisch-theologische Untersuchung eröffnet ein interdisziplinäres Gespräch in kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie ist zugleich ein Nachschlagewerk für Volkskunde, Religions-, Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft.

Das Buch ist erschienen im Februar 2016 bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig unter dem Titel: »Stephanus – Gestalt ohne Antlitz. Rezeptionshermeneutische Untersuchungen zu einer theologischen Figur.«



summary:
© Rainer Schulz
Fotos der Internetseite:
© Reiner Schaufler, Oslo

Stephanus und die Wissenschaft

Eine frohe Schar von Menschen versammelte sich im Lutherhaus Leutershausen, um gemeinsam zu feiern. Anlass des Festes war die Verleihung der Doktorwürde an Pfarrer Rainer Schulz für seine Dissertation über die biblische Gestalt des Stephanus (Apg 6 und 7). Die Urkunde überreichte Professor Dr. Klaus Raschzok, Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Theologe an der Kirchlichen Augustana-Hochschule Neuendettelsau.
 

Stephanus...

Stephanus – Gestalt ohne Antlitz

In den Mittelpunkt seiner Arbeit, die Ende 2014 von der Kirchlichen Augustana-Hochschule in Neuendettelsau als Dissertation angenommen wurde, stellt Rainer Schulz »Stéphanos«, den »Umkränzten«. So bezeichnet Apg 6–7 jenen christusgläubigen und schließlich gesteinigten »hellenistischen« Judäer, dessen Identität und Wesenszüge vom biblischen Text letztlich nicht preisgegeben werden. Stephanus bleibt hier eine im Unbestimmten verborgene »Gestalt ohne Antlitz«. Doch gerade von dieser »Unbestimmtheit« her haben sich immer wieder neu »Räume« des Textverstehens eröffnet. Von früh an wurde Stephanus kirchlich in Dienst genommen, sei es als der »Diakon« schlechthin, oder – nicht selten auch offen judenfeindlich – als »erster Märtyrer der Christenheit«. Zudem sorgte eine vornehmlich biografisierend ausgerichtete Textlektüre für ein griffiges Persönlichkeitsprofil. Bis übers hohe Mittelalter hinaus galt er als einer der Hauptheiligen der Kirche. Bestimmte narrative Text-»Motive«, darunter die Christus-Epiphanie am »geöffneten« Himmel oder das Tötungswerkzeug des Steines, wirkten und wirken als Dauermotor seiner Darstellung in Brauchtum, Legende, Predigt, Liturgie, Musik, Kunst, Literatur, Theater, Film, usw. Die praktisch-theologische Untersuchung eröffnet ein interdisziplinäres Gespräch in kulturwissenschaftlicher Perspektive. Sie ist zugleich ein Nachschlagewerk für Volkskunde, Religions-, Kunst-, Musik- und Literaturwissenschaft.

Das Buch ist erschienen im Februar 2016 bei der Evangelischen Verlagsanstalt Leipzig unter dem Titel: »Stephanus – Gestalt ohne Antlitz. Rezeptionshermeneutische Untersuchungen zu einer theologischen Figur.«



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© Rainer Schulz
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© Reiner Schaufler, Oslo