Zur Geschichte der Leutershäuser Friedhöfe

Zur Geschichte der Leutershäuser Friedhöfe: vgl. Hermann Schreiber, Heimatbuch 1975, S. 138-141. - Bildleiste rechts: Motive aus St. Peter, Leutershausen.

Der erste Friedhof: bis 1542

"Der ursprüngliche Gottesacker seit der Besiedlung unserer Gegend lag um die St.-Peterskirche bzw. die ihr vorhergehenden Holzkirchen."

Der zweite Friedhof: 1543-1919

Der erste Friedhof an der St.-Peterskirche "wurde im Laufe der Jahrhunderte natürlich stark überbelegt. ... Da erwarb man um 1543 in der Oberen Vorstadt, an der heutigen Hans-Schreyer-Straße, den Krautgarten des Stefan Wolf zu einem Friedhof und umgab ihn mit einer stattlichen Mauer." Eine Friedhofskapelle entstand schon vor dem Dreißigjährigen Krieg; Anfang des 18. Jahrhunderts wurde eine neue Friedhofskirche gebaut, zum einen "wegen des bußwürdigen Zustandes" der bisherigen Kapelle, zum anderen, weil diese für große Trauerfeiern zu klein geworden war. "Am 8. Juni (1722) wurde der Grundstein gelegt." Die mit rotem Backstein gepflasterte und einer Empore versehene Friedhofskirche war mit einem Barockalter sowie einem Gemälde der Grablegung und Auferstehung Christi ausgestattet. Finanziert wurde der Bau der Heilig-Kreuz-Kirche u.a. durch Spenden und ein "unverzinsliches Darlehen" der "Zunft der Schuhmacher und Schneider", "...denn die Heilig-Kreuz-Pflege verfügte nur über Einnahmen aus zwei kleinen Äckern und geriet darum in große Schulden." "Ab 1. Januar 1920 wurde diese Heilig-Kreuz-Kirche für den gottesdienstlichen Gebrauch nicht mehr verwendet. Nach jahrhundertelanger Belegung wurde auch der zweite Friedhof, längst überbelegt, geschlossen." Die Kirche wurde zum Gemeindehaus (Name bis heute: "Lutherhaus") umgebaut, das Gelände von den alten Grabsteinen freigemacht und gärtnerisch zur öffentlich begehbaren Anlage umgestaltet, die Mauer neu befestigt.

Video über den Altar der ehemaligen Heilig-Kreuz-Kirche, der heute in Wiedersbach steht (Kirche St. Johannis Baptista)...
 

Der dritte und heutige Friedhof: seit 1920

An der Jochsberger Straße wurde 1920 auf einem privat gestifteten Grundstück der dritte Friedhof angelegt. Er wurde 1957 nach Norden erweitert und im oberen Teil 2004 neu gepflastert. Der Friedhof mit seinen zwei schmiedeeiseren Toren ist vollständig ummauert, parkartig begrünt und mit Sitzbänken ausgestattet. In der Mitte erhebt sich ein Kruzifix gen Himmel. Die Friedhofshalle mit Glockentürmchen und künstlerisch gefertigten Hahn wurde durch Spenden finanziert.